7 Mythen rund um den Vollmond

7 Mythen rund um den Vollmond

7 Mythen rund um den Vollmond

Für viele ist der Vollmond ein echtes Naturspektakel, wenn er voll und rund, nachts am Himmel steht. Und schon vor hunderten Jahren sagte man dem Mond etliche Kräfte nach, welche Einfluss auf das irdische Leben haben sollen.

So wundert es auch nicht, dass es einige Mythen bis heute in die esoterische Schublade geschafft haben und entsprechend Aufmerksamkeit bekommen. Vor allem der Vollmond, denn er soll zu dieser Zeit „der Erde ungewöhnlich nahekommen und die Menschen rasend machen!“ Aber was ist dran an den Vollmondmythen, die mitunter auch ganz schön gruselig sein können?

Der Vollmond stört unseren Schlaf

Der Vollmond stört unseren Schlaf

Fangen wir harmlos an und zwar mit dem wohl bekanntesten Mythos, dem Schlaf. So glauben zahlreiche Menschen inzwischen, dass sie bei Vollmond nicht gut einschlafen können und allgemein einen eher unruhigeren Schlaf haben. Stimmt das? Ja, allerdings nicht, weil der Vollmond böse Energien in unser Schlafzimmer schickt. Vielmehr stört der Vollmond aufgrund seiner Leuchtkraft. So können viele Menschen schlicht deswegen nicht schlafen, weil es draußen nicht wie gewohnt dunkel ist. Schließlich sind die drei Nächte um den Vollmond herum, dreimal so hell wie bei einem Halbmond. Und da Licht das Schlafhormon Melatonin beeinflusst, brauchen wir etwas länger, um einzuschlafen.

Tipp: Tageslichtwecker funktionieren übrigens nach gleichem Prinzip. Sie simulieren einen Sonnenaufgang und lassen uns auf schonende und natürliche Weise erwachen.

Und dann wäre da noch der psychische Faktor. Wer glaubt, heute nicht einschlafen zu können, der erfüllt sich meist selbst diesen „Wunsch“. Der Mond trägt also hier nur zum Teil Schuld. 2020 gibt es sogar Rollos und Vorhänge, die das helle Mondlicht draußen lassen.

Mehr Geburten dank Vollmond

Mehr Geburten dank Vollmond

Ein Mythos aus dem 19. Jahrhundert besagt, dass bei Vollmond mehr Kinder zur Welt kommen. Dieser nur leicht gruselige Mythos kann aber auch statistisch nicht belegt werden und ist Blödsinn. Und auch diverseste Studien konnten diese Behauptung nicht unterschreiben. Im Gegenteil – in den 80er Jahren wurden die meisten Geburten vor dem Neumond verzeichnet. Womöglich liegt hier eine verzehrte Wahrnehmung mancher Berufsgruppen vor.

Möglicherweise erinnern sich Eltern aber auch einfach gerne an Besonderheiten und Ereignisse, mit denen das Kind an diesem Tag geboren wurde. Zum Beispiel: Wendlers Freundin hat sich für den Playboy ausgezogen. Daniela Büchner hat 5 Sterne in der Dschungelprüfung geholt. Es war Vollmond.

Der Vollmond schickt Verbrechen und Unfälle

Der Vollmond schickt Verbrechen und Unfälle

Bei Vollmond sind viele Menschen gereizter, zerstreuter und unausgeglichener. Und genau deshalb passieren zur Vollmondzeit viel mehr Gewaltverbrechen und Unfälle. Stimmt dieser Mythos, wäre das ziemlich gruselig. Doch keine Sorge, auch diesem Mythos ist man nachgegangen und studierte gewisse Aussagen. Mit einem eindeutigen Ergebnis: Auch das ist Blödsinn. Bei Vollmond werden nicht mehr Patienten in die Notaufnahme eingeliefert, als an anderen Tagen. Womöglich spielt uns auch hier unsere subjektive Wahrnehmung einen Streich. Ein Mord bei Vollmond kann schließlich viel eindrucksvoller in den Medien präsentiert werden. Und auch das Gaffen bei einem Unfall funktioniert aufgrund verbesserter Lichtverhältnisse einfach besser.

Schlafwandler erwachen bei Vollmond

Schlafwandler erwachen bei Vollmond

Gut, jetzt wird’s wirklich unheimlich. Bei Vollmond werden Schlafwandler dazu „getrieben“, aus dem Bett zu steigen und die unmöglichsten Dinge zu unternehmen. Autofahren, Essen machen, mit sich selbst sprechen. Diese Schlafstörung nannte man sogar einige Zeit lang Mondsucht. Und erwiesenermaßen bewegen sich Schlafwandler generell in Richtung einer Lichtquelle und tatsächlich war damals der Mond die einzige Lichtquelle überhaupt. Das kann man heute nicht mehr sagen, vor allem in den Städten gibt es unzählige Lichter. Es ist also richtig, dass Schlafwandler zur Vollmondzeit mehr umherwandeln, als sie es sonst tun. Die gute Nachricht: Diese „Störung“ lässt sich ziemlich logisch erklären und ist damit ein bisschen – wirklich nur ein bisschen – weniger gruselig.

Bei Vollmond besser nicht unters Messer legen

Bei Vollmond besser nicht unters Messer legen

Nehme man esoterische Ratgeber zur Hand, so wird dort von planbaren medizinischen Eingriffen abgeraten, die bei Vollmond stattfinden sollen. Es drohen ein starker Blutverlust während der OP, sowie ein erhöhtes Risiko von Komplikationen. UND: (Eigene Vorstellung) Auch der wahnsinnige Vollmond-Chirurg bekommt während der OP zwei linke Hände und einen Pelz im Gesicht. Der Grund: Bei Vollmond wirken die Kräfte von Aufbau, Wachstum und Ähnlichem. Würde man jedoch seinem Chirurgen diese Story erzählen, so bestünde die Gefahr ausgelacht zu werden. Und natürlich gibt es auch zu diesem Mythos Studien. Die Ergebnisse sind eindeutig: Keine steigenden Komplikationen und keine auffälligen Blutverluste. Der Blick in den Mondkalender können sich Menschen vor einem OP-Termin also sparen.

Frauen haben ihren Eisprung bei Vollmond

Frauen haben ihren Eisprung bei Vollmond

Liebe Frauen – vergessen Sie Ihren Ovulationskalender, sparen Sie sich Ovulationstests und sämtlichen Aufwand, den so manch eine Frau um ihren Zyklus betreibt – der Mond regelt das schon! Sex bei Vollmond führt unweigerlich zu einer Schwangerschaft! Denn dann haben Frauen ihren Eisprung. Woher dieser Mythos kommt, lässt sich noch nicht einmal mehr ansatzweise nachvollziehen, denn er ist so falsch wie der Mann im Mond. Was allerdings richtig ist, ist die Tatsache, dass ein Mondzyklus – also von Neumond zu Neumond – 29 Tage dauert. Also fast genau so lange wie der schulmedizinisch perfekte Zyklus einer Frau mit 28 Tagen. Den wir natürlich alle haben! Es ist also gar nicht so unwahrscheinlich, dass Frau ausgerechnet bei Vollmond fruchtbar ist und bei Neumond menstruiert. Zufall? ÄH – JA!

Warzen heilen bei Vollmond

Warzen heilen bei Vollmond

Warzen sind unschöne Hautveränderungen, die bekanntlich relativ hartnäckig sind. Der Vollmond kann natürlich helfen, die hässlichen Warzen loszuwerden. Dabei reicht die bloße Existenz natürlich nicht aus – Sie müssen die Warzen besprechen. „Lieber Mondschein, ich bitte dich, lass mir die Warze vergehen, mir wäre lieber, sie wäre nicht da.“ Zusätzlich können Sie sich noch bei Tau auf eine Wiese legen, eine Schnecke suchen und diese über die Warze kriechen lassen. So oder so ähnlich könnten Sie es ja mal probieren, wenn Ihnen der Begriff Placebo-Effekt etwas sagt. An etwas zu glauben, beschleunigt nämlich die Selbstheilungskräfte. Und falls Sie keine Wiese und Schnecke zur Hand haben und auch sonst im Sprüche kloppen nicht bewandert sind, versuchen Sie es in der nächsten Apotheke. Den Link zur Amazon-Warzencreme sparen wir uns aber an dieser Stelle.

Noch mehr Vollmond-Mythen gefällig?

Dann lassen Sie sich doch mal im Netz berieseln. Stellen Sie Google doch mal die Frage, ob das Bäume fällen bei Vollmond oder Neumond besser sei. Oder haben Sie sich schon mal gefragt, warum Ihre Diät einfach nicht funktioniert? Nun, vielleicht haben Sie damit bei Vollmond begonnen, was ein Fehler gewesen wäre, denn alles was abnehmen soll, soll man auch bei abnehmendem Mond tun. Ist doch klar. Funktioniert übrigens auch andersrum: Wenn Ihr Konto mehr werden soll, dann investieren Sie doch bei Vollmond in Aktien. Und wenn Sie das nächste Mal Ihren Bankberater sprechen, denken Sie daran, dass sich diese am vollsten Vollmondtag auf einer einsamen Lichtung treffen, Anzug und Krawatte tragen und alle gemeinsam ihre Fonds und ETF´s auffüllen.

Fazit:

Es schadet Ihnen nicht, den einen oder anderem Mythos zu glauben. Solange Sie es für sich behalten vermutlich. Und wer weiß, vielleicht steckt ja doch mehr dahinter, als wir realistisch und statistisch denkenden Unwissenden zu wissen glauben. Ist ja nicht immer alles mit Fakten zu belegen..

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