Mondfisch

Mondfisch

Mondfisch – Faszinierendes Wesen voller Geheimnisse

In der deutschen Sprache wird er als Mondfisch bezeichnet. Die Engländer nennen ihn Ocean Sunfish und der lateinische Name lautet Mola Mola (Mühlstein). Der ungewöhnlich aussehende Kugelfisch hat sich jeden einzelnen Namen verdient. Seit geschätzten fünfzig Millionen Jahren setzten diese Fische sich auf unserem Planeten durch und noch immer gibt es viele Rätsel um sie.

Wie sieht ein Mondfisch aus?

Der mit bis zu drei Tonnen schwere Knochenfisch ist der schwerste seiner Art. Mit einer Länge von bis zu drei Metern jedoch nicht der Längste. Sein spezielles Aussehen ergibt sich durch den hohen Rücken und die eher kurze Körperlänge. Eine klassische Schwanzflosse ist bei diesem Meeresbewohner nicht zu finden. Stattdessen ist diese mit dem restlichen Körper zu einer Art Hautlappen verschmolzen.

Beeindruckend wirkt die spitz zulaufende Rücken- und Afterflosse des Mondfisches. Sie sind auch die Erklärung für die häufigen Verwechslungen mit Haien, wenn diese aus dem Wasser ragen. Im Gegensatz zu diesen Raubfischen hat das kleine Maul des Mondfisches allerdings keine Zähne, sondern ist eine Art Schnabel. Eine Gefahr für den Menschen sind sie also keinesfalls.

Der Körperbau ist eher rundlich. Kein Wunder, da das Gewicht im Verhältnis zur Größe deutlich überwiegt. Die Haut zeigt sich in verschiedenen Grautönen, die nachts silbrig leuchten. Ursache dafür sind bis zu fünfzig verschiedene Mikroorganismen, die sich in seine Haut bohren. Kombiniert mit der schuppenfreien, gummiartigen Haut des Fisches sieht es aus, als würde der Mond im Wasser schwimmen.

Der schwere Körperbau mit seinem fast vollständig aus Knorpel bestehendem Skelett bildet die Grundlage für den lateinischen Namen Mola Mola. Dieser bedeutet so viel wie Mühlstein.

Wo gibt es Mondfische?

Der Mondfisch ist in allem warmen und gemäßigten Ozeanen zu Hause. Auch in der Nordsee ist der riesige Knochenfisch besonders im Herbst anzutreffen. In Wassertiefen von bis zu 500 Metern leben Sie fern von den Küsten im offenen Meer. Die langsam horizontal oder vertikal schwimmenden Fische unternehmen immer wieder einen Ausflug an die Oberfläche. Hier lassen sie sich seitwärts liegend treiben und genießen die Sonne. Dieses Verhalten beschert ihnen den englischen Namen Ocean Sunfish.

Ernährung

Der karnivor lebende Meeresbewohner ist bei seiner Ernährungsweise vielseitig. Fische, Krebstiere, Plankton, Quallen und Weichtiere stehen auf seinem Speiseplan. Für eine vegane Lebensweise ist der Mondfisch somit nicht geeignet. Noch mehr Infos rund um die Aquaristik gibt’s im aquaristikratgeber von aquarium-fische-pflanzen.de.

Fortpflanzung und Sozialleben

Als überzeugter Einzelgänger reagiert der Mondfisch aggressiv auf Artgenossen. Da sie recht selten sind, finden nur seltene Begegnungen statt. Treffen Männchen und Weibchen aufeinander, nutzen sie den glücklichen Zeitpunkt umgehend. In der Fortpflanzung sind Sie die Rekordhalter in der Massenproduktion.

Ein einzelnes Weibchen legt bis zu 300 Millionen Eier ab, mehr als jede andere bekannte Fischart. Die drei Millimeter kleinen, geschlüpften Larven sehen aus wie kleine Sterne. Fünf lange Stacheln, die zur Verteidigung vor Fressfeinden dienen, sind der Grund dafür. Diese bilden sich im Laufe der Entwicklung zum ausgewachsenen Tier jedoch zurück.

Freund und Feind

Als ausgewachsene Tiere sind diese Fische eine imposante Erscheinung. Aus diesem Grund haben sie nur sehr wenige natürliche Feinde. Lediglich besonders große Meeresbewohner wie Orcas oder Blauhaie ernähren sich von den kleineren Exemplaren. Auch kalifornische Seelöwen versuchen von Zeit zu Zeit ihr Glück bei der Erbeutung dieser Tiere.

Der größte Feind ist der Mensch. Das Fleisch der Tiere wird wegen seiner gummiartigen Konsistenz nur in einigen asiatischen Ländern als Nahrungsmittel geschätzt. Möglicherweise enthält dieses wie bei Kugelfischen sogar das Nervengift Tetrodotoxin und ist damit alles andere als gesund.Die traditionelle chinesische Medizin dagegen greift auf einige Teile des Fisches gerne als Heilmittel zurück. Die Wirksamkeit ist allerdings nicht bestätigt.

Der Mondfisch gilt trotz seiner eifrigen Bemühung, sich zu vermehren und seiner Ungenießbarkeit als gefährdet. Die steigende Zahl der Fangflotten und des Schiffsverkehrs sowie die zunehmende Verschmutzung der Meere machen der wundersamen Kreatur zu schaffen.
Dagegen hilft auch die gute Körperpflege durch Putzerfische oder Seevögel nicht. Bei den Ausflügen an die Meeresoberfläche lassen sich die Giganten von ihnen die zahlreichen Parasiten von der Haut entfernen.

Kurioses

  • Das Gewicht des Gehirns liegt bei nur wenigen Gramm. Im Verhältnis zum restlichen Körper ist es geradezu winzig. Zum Glück bedeutet ein kleines Gehirn nicht automatisch fehlende Intelligenz.
  • Der faszinierende Meeresbewohner hat keine gewöhnlichen Kiemen. Sie sind zu einem kleinen Loch oberhalb der Brustflossen reduziert und beschleunigen den Fisch durch den Rückstoß von ausgepresstem Wasser.
  • Bis heute kann niemand sagen, wie alt der riesige Knochenfisch wird. Forscher vermuten, dass diese eine Lebenserwartung bis zu hundert Jahre haben.
  • In Russland hatten Angler einen überraschenden Fang. An ihrem Haken fand sich plötzlich ein 1,2 Tonnen schwerer Mondfisch. Da sein Fleisch aber nicht besonders schmackhaft ist, entschieden sie sich dafür, ihn verenden zu lassen. Die wilden Bären waren nicht so zimperlich und haben zumindest Teile des Fisches gefressen. Verständlicherweise haben sie sich damit den Unmut von Tierschützern zugezogen. Die Freilassung des Tieres wäre vermutlich sinnvoller gewesen.

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